Die Fernstraße im Vogelschutzgebiet

Eine Verord­nung, die nur das Vogelschutzge­bi­et abgren­zt und die geschützten Voge­larten benen­nt, ohne die Schutz- und Erhal­tungsziele festzule­gen, erfüllt nicht die Anforderun­gen des Art. 7 FFH-RL i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 VRL an eine Über­führung des Gebi­ets in das FFH-Regime1. Die einen Regimewech­sel her­beiführende weit­ere Konkretisierung des Schutzs­ta­tus kann nach Maß­gabe des § 32 Abs. 4 BNatSchG auch durch ver­tragliche Vere­in­barun­gen erfol­gen.

Die Fernstraße im Vogelschutzgebiet

Umwel­trel­e­vante men­schliche Tätigkeit­en, die nicht den Bau oder den Betrieb ein­er Anlage betr­e­f­fen, kom­men als “Pro­jekt” i.S.d. § 34 Abs. 1 Satz 1 BNatSchG erst dann in Betra­cht, wenn die Möglichkeit beste­ht, sie etwa anhand von Pla­nun­gen, Konzepten oder ein­er fest­ste­hen­den Prax­is auf ihre Verträglichkeit mit den Erhal­tungszie­len des Schutzge­bi­etes zu über­prüfen2.

Das arten­schutzrechtliche Tötungsver­bot ist nicht erfüllt, wenn das vorhabenbe­d­ingte Tötungsrisiko unter Berück­sich­ti­gung von Schadensver­mei­dungs­maß­nah­men nicht höher ist als das Risiko, dem einzelne Exem­plare der jew­eili­gen Art im Rah­men des all­ge­meinen Naturgeschehens stets aus­ge­set­zt sind. Das gilt nicht nur für das betrieb­s­be­d­ingte Risiko von Kol­li­sio­nen im Straßen­verkehr3, son­dern auch für bau- und anlage­be­zo­gene Risiken4.

Bun­desver­wal­tungs­gericht, Urteil vom 8. Jan­u­ar 14 — 9 A 4.2013 -

  1. im Anschluss an BVer­wG, Urteil vom 01.04.2004 — 4 C 2.03, BVer­wGE 120, 276, 284 f. []
  2. im Anschluss an BVer­wG, Urteil vom 10.04.2013 — 4 C 3.12, BVer­wGE 146, 176 Rn. 29 f. []
  3. stR­spr; vgl. BVer­wG, Urteil vom 09.07.2008 — 9 A 14.07, BVer­wGE 131, 274 Rn. 91 []
  4. im Anschluss an BVer­wG, Urteil vom 14.07.2011 — 9 A 12.10, Buch­holz 406.400 § 61 BNatSchG 2002 Nr. 13 Rn. 123, 127 zur Baufeld­freimachung []