Heringshaie und Dornhaie

Die Ver­tragsstaat­en des Wash­ing­ton­er Arten­schutz­abkom­men haben sich gestern nicht zu einem stärk­eren Schutz für die gefährde­ten Dorn­haie und Her­ing­shaise entschließen kön­nen. Entsprechende Anträge der EU, den USA und weit­er­er Staat­en fan­den jew­eils nicht die notwendi­ge Mehrheit auf der 15. Ver­tragsstaatenkon­ferenz des Wash­ing­ton­er Arten­schutzübereinkom­mens (CITES).

Heringshaie und Dornhaie

Auf der gestern been­de­ten Arten­schutzkon­ferenz in Doha im Emi­rat Kater hat der von Deutsch­land betreute EU-Antrag zur Unter­schutzstel­lung des Her­ing­shais abschließend die erforder­liche Zwei­drit­tel-Mehrheit um eine Stimme ver­fehlt. Auch der Antrag, den Dorn­hai zukün­ftig unter Schutz zu stellen, fand keine Mehrheit. Die bei­den Haiarten kom­men auch in deutschen Gewässern vor. Durch Über­fis­chung sind die Bestände bei­der Arten in einem kri­tis­chen Sta­tus. Ziel war die Auf­nahme in Anhang II des Abkom­mens. In dieser Schutzkat­e­gorie ist ein inter­na­tionaler Han­del zwar möglich, wäre aber auf Haie aus solchen Bestän­den beschränkt wor­den, die durch den Fang nicht nachteilig bee­in­flusst wer­den.

Nicht bess­er erg­ing es den USA, die ursprünglich sechs Haiarten für Anhang II vorgeschla­gen hat­ten. Die Anträge wur­den teils vor den entschei­den­den Abstim­mungen zurück­ge­zo­gen beziehungsweise sie fan­den nicht die notwendi­gen Mehrheit­en. Eben­falls gescheit­ert ist der Antrag Mona­cos auf vorüberge­hende Beendi­gung des inter­na­tionalen kom­merziellen Han­dels mit dem Blau­flossen­thun.

Immer­hin hat­ten in diesem Jahr einige Amphi­bi­en­arten eine Chance, die CITES-Anhänge zu erk­lim­men: Baum­steiger- oder Rotau­gen­laubfrösche aus Mit­te­lameri­ka kamen auf Anhang II und der Zagros-Molch aus dem Iran unter den stren­gen Schutzs­ta­tus des Anhang I. Außer­dem behal­ten die Ele­fan­ten in Tansa­nia und Sam­bia ihren Schutzs­ta­tus nach Anhang I.

Dorn­haie und Her­ing­shaie wer­den als gefährdete Arten eingestuft. Bei­de sind aber auch bei uns als Speise­fisch ver­bre­it­et:

  • Der Her­ing­shai wird meist paniert und gebrat­en oder fritiert zu “Fish and chips” ver­ar­beit­et.
  • Vom Dorn­hai find­en sich die gräten­freien Rück­en­stücke als “Seeaal” im Fis­chhan­del, während die Bauch­lap­pen geräuchert als Schiller­lock­en gehan­delt wer­den.