FFH-Gebie­te – und der Schutz der Grundstückseigentümer

Der Eigen­tü­mer von Grund­stü­cken, die in einem Natu­ra 2000-Gebiet (FFH-Gebiet) lie­gen, ist nicht berech­tigt, einen Ver­stoß gegen Vor­schrif­ten des Gebiets­schut­zes zu rügen. Es besteht kein Dritt­schutz der Natu­ra 2000-Vor­schrif­ten zuguns­ten des Eigen­tü­mers geschütz­ter Flächen.

FFH-Gebie­te – und der Schutz der Grundstückseigentümer

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall wand­te sich ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer gegen die Geneh­mi­gung zur Errich­tung und zum Betrieb einer Asphalt­misch­an­la­ge. Er ist Eigen­tü­mer benach­bar­ter Grund­stücks­flä­chen, die zum FFH-Gebiet „Obe­re Schwen­ti­ne“ in Schles­wig-Hol­stein gehö­ren. Sowohl das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ver­wal­tungs­ge­richt[1] wie auch das dor­ti­ge Ober­ver­wal­tungs­ge­richt[2] haben die auf Auf­he­bung der Geneh­mi­gung gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen. Und auch die Revi­si­on des Grund­stücks­ei­gen­tü­mers blieb nun vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ohne Erfolg:

Die Vor­schrif­ten der Euro­päi­schen Uni­on und des natio­na­len Rechts über den Schutz von Natu­ra 2000-Gebie­ten die­nen dem Ziel, einen güns­ti­gen Erhal­tungs­zu­stand der natür­li­chen Lebens­räu­me sowie der wild­le­ben­den Tie­re und Pflan­zen zu bewah­ren oder wie­der­her­zu­stel­len. Einen Bezug zu den Inter­es­sen des Ein­zel­nen las­sen sie nicht erken­nen. Anders als Natur­schutz­ver­bän­de sind Ein­zel­ne nicht berech­tigt, Ver­stö­ße gegen Natur­schutz­recht unab­hän­gig von einer Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten gel­tend zu machen.

Auch das Grund­recht auf Eigen­tum gebie­tet es nicht, die im öffent­li­chen Inter­es­se erlas­se­nen Schutz­vor­schrif­ten für Natu­ra 2000-Gebie­te zuguns­ten des Eigen­tü­mers unter Schutz gestell­ter Grund­stü­cke als dritt­schüt­zend aus­zu­le­gen und ihm ein Kla­ge­recht einzuräumen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 17. Febru­ar 2021 – 7 C 3.20

  1. VG Schles­wig, Urteil vom 22.09.2016 – 6 A 56/​13[]
  2. OVG Schles­wig, Urteil vom 28.11.2019 – 5 LB 3/​19[]