Flüchtlingshilfe im In- und Ausland

Der Klimawandel hat immer wachsendere Auswirkungen, die nicht zu unterschätzen sind. So ist davon auszugehen, dass darin auch ein immer bedeutenderer Grund für die Flucht von Menschen aus ihrer Heimat sein wird.

Flüchtlingshilfe im In- und Ausland

Diese Auffassung hat Madeline Garlick vom UNHCR bereits auf den “Nürnberger Tagen zum Asyl- und Ausländerrecht” am 5. November 2011 vertreten. Im Klimawandel liegt ihrer Meinung nach nicht der einzige Grund zur Flucht – er verschärft die Situation aber. Im Hinblick auf die derzeitige Flüchtlingsproblematik standen die 5. “Nürnberger Tage zum Asyl- und Aufenthaltsrecht” am 16. und 17. November 2015 unter dem Motto “Humanitäre Krisen und Flucht: Herausforderungen für Deutschland und Europa”.

Für das Jahr 2015 rechnet die Bundesregierung mit ca. 800.000 Flüchtlingen in Deutschland. Auch wenn inoffizielle Prognosen mit bis zu 1,5 Millionen Flüchtlingen rechnen, ist das kein Vergleich mit den Flüchtlingszahlen, die von den Ländern zu verkraften sind, die als Nachbarstaaten der Heimatländer der Flüchtlinge besonders viele Menschen aufnehmen. Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung leben weltweit neun von zehn Flüchtlingen in einem Entwicklungsland. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Länder oftmals überfordert sind: Der Zustrom der Flüchtlinge ist von der vorhandenen Infrastruktur nicht zu verkraften. Sowohl Gesundheitszentren und Schulen als auch Frischwasser- und Abwassersysteme sind überlastet. Von einer menschenwürdigen Versorgung – egal ob in wirtschaftlicher oder sozialer Hinsicht – kann vielfach nicht mehr die Rede sein. So ist es nicht verwunderlich, wenn es zwischen den Flüchtlingen und der angestammten Bevölkerung auch noch zu Konflikten kommt.

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Ist man sich dieser Tatsachen bewusst, handelt es sich um ein Jammern auf hohem Niveau angesichts des Flüchtlingsaufkommens in Deutschland. Da machen die Initiativen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schon mehr Sinn, mit denen u.a. Fluchtursachen bekämpft und Flüchtlinge reintegriert werden sollen. Außerdem trägt die massive Unterstützung in den Herkunfts- und Transitländern dazu bei, den Flüchtlingsstrom nach Deutschland zu verringern. Darüber hinaus dürfen natürlich die notwendigen Maßnahmen innerhalb Deutschlands nicht fehlen, um den Flüchtlingen, die sich bereits in der Bundesrepublik aufhalten, sinnvolle Unterstützung für einen Neustart zu ermöglichen.