Wale, Haie und der Artenschutz

Die 10. Ver­tragsstaatenkon­ferenz der „Bon­ner Kon­ven­tion zum Schutz wan­dern­der wildleben­der Tier­arten“ ging jet­zt in Bergen/Norwegen zu Ende. Neue Arten wie der Man­ta oder Teufel­srochen und das Argali-Wild­schaf wur­den in das Abkom­men aufgenom­men und der Sak­er- und Rot­fuß­falke in die höch­ste Schutzkat­e­gorie über­führt. Daneben zeich­neten Deutsch­land und andere Staat­en sowie die EU Vere­in­barun­gen zum Schutz von Haien und Greifvögeln. Außer­dem nahm die Kon­ferenz einen von deutsch­er Seite einge­bracht­en Res­o­lu­tionsvorschlag zum Schutz von Walen und Delfinen vor Unter­wasser­lärm an.

Wale, Haie und der Artenschutz

Ein­ge­laden hat­te die unter dem Dach der Vere­in­ten Natio­nen tätige „Bon­ner Kon­ven­tion“ mit Sekre­tari­ats-Sitz im Bon­ner UN-Gebäude. Dieses Arten­schutz-Übereinkom­men schützt Tiere, die regelmäßig zwis­chen Fortpflanzungs – und Nahrungs­ge­bi­eten bedeu­tende Streck­en zurück­le­gen und dabei Staats­gren­zen über­queren z. B. wan­dernde Wale und Haie, Störche und Kraniche, Meer­ess­child­kröten oder Störe.

Die Zeich­nung der Vere­in­barun­gen zum Schutz der Haie ist Teil der Strate­gie der Bun­desregierung, sich bei allen rel­e­van­ten inter­na­tionalen Foren für den Schutz gefährde­ter Haiarten einzuset­zen. Beim Schutz von Walen, Zugvögeln und Haien sind auch deutsche Arten betrof­fen. So dient das Hai-Mem­o­ran­dum auch dem Schutz des bis über zehn Meter großen Riesen­hais, der bisweilen an Hel­goland vor­beizieht, sowie den in der Nord­see eben­falls vork­om­menden, fast aus­gestor­be­nen Dorn- und Her­ing­shaien.

Von deutsch­er Seite wurde in Bergen ein Res­o­lu­tionsvorschlag zum Schutz von Walen und Delfinen vor Unter­wasser­lärm über die Europäis­che Union in die Kon­ferenz einge­bracht und von der Kon­ferenz angenom­men. In der Nord­see aber auch in anderen Meeren entste­ht Lärm u.a. durch das Ram­men von Fun­da­menten für Wind­kraftan­la­gen in den Meeres­bo­den sowie durch Schiffsverkehr. Das Hörver­mö­gen der Wale und Delfine wird hier­bei gefährdet. Der deutsche EU-Vorschlag, der der Welt­ge­mein­schaft den Ein­satz lär­m­min­dern­der Tech­niken emp­fiehlt, erhielt von allen Seit­en Zus­tim­mung.

Die Kon­ferenz würdigte fern­er, dass Deutsch­land weltweit Vor­re­it­er ist, Vögel vor Strom­schlag zu bewahren. Strom­leitungs­mas­ten und Leitun­gen wer­den in enger und guter Zusam­me­nar­beit von Energiev­er­sorgung­sun­ternehmen und Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen vogel­sich­er aus­gerüstet. Der Naturschutzbund Deutsch­land hat die neu erar­beit­ete deutsche VDE-Anwen­dungsregel auf der Basis der naturschutzrechtlichen Vor­gaben zur Nachrüs­tung gefährlich­er Mit­telspan­nungsleitun­gen präsen­tiert. RWE Rhein-Ruhr präsen­tierte seine Vogelschutz­markierun­gen, die an Hochspan­nungsleitun­gen ange­bracht wer­den, damit Vögel die Leitun­gen auch bei schlechtem Wet­ter erken­nen und diesen auswe­ichen kön­nen.

Auch das 20-jährige Beste­hen des europäis­chen Fle­d­er­mauss­chutz­abkom­mens „EUROBATS“ wurde in Bergen gewürdigt. Der Sitz des zuge­höri­gen Sekre­tari­ats ist eben­falls in Bonn.

Daneben war ein großes weltweites Engage­ment für wan­dernde Arten zu erken­nen:

  • Die afrikanis­chen Staat­en, in denen es noch frei lebende Goril­las gibt, wer­den unmit­tel­bar nach der Ver­tragsstaatenkon­ferenz darüber berat­en, wie das Über­leben dieser Men­schenaf­fen in der freien Natur gesichert wer­den kann.
  • Zen­tralasi­atis­che Staat­en set­zten sich – unter­stützt von der deutschen Gesellschaft für Inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit (GIZ) – für den Schutz der Muf­flon-ähn­lichen Argali-Wild­schafe ein.
  • Die USA stell­ten 100.000 Dol­lar bere­it, um das Abkom­men zum Schutz wan­dern­der Haie voranzubrin­gen.
  • Abu Dhabi wird in den näch­sten Jahren mehrere Mil­lio­nen Dol­lar für den inter­na­tionalen Schutz der Greifvögel und der indopaz­i­fis­chen Seekühe zur Ver­fü­gung stellen.