Zuchtverbot wegen 14 Bengal-Katzen

Nach ein­er aktuellen Entschei­dung des Ver­wal­tungs­gericht Mainz haben die zuständi­ge Behörde einem Mann aus Rhein­hessen, der seit mehreren Jahren eine Zucht mit Ben­gal-Katzen betreibt, zu Recht mit sofor­tiger Wirkung die gewerb­smäßige Zucht von Katzen und den Han­del mit ihnen unter­sagt.

Zuchtverbot wegen 14 Bengal-Katzen

Der Antrag­steller hält in seinem Wohn­haus zu Zuchtzweck­en zwei weib­liche Ben­gal-Katzen und drei Kater. Außer­dem hat er neun Jungkatzen. Soweit Tiere getren­nt wer­den sollen, wer­den sie in ver­schiede­nen Zim­mern unterge­bracht. In der Ver­gan­gen­heit kam es unter den Katzen­babys gehäuft zu Todes­fällen, deren Ursachen nicht gek­lärt sind.

Die zuständi­ge Behörde unter­sagte dem Mann unter Anord­nung des Sofortvol­lzuges die Zucht von Katzen und den Han­del mit ihnen, weil er die nach dem Tier­schutzge­setz erforder­liche Erlaub­nis für eine gewerb­smäßige Zucht nicht habe und die ihm wegen sein­er nicht nachgewiese­nen Sachkunde und der unzure­ichen­den Hal­tungs­be­din­gun­gen auch nicht erteilt wer­den könne.

Der Antrag­steller beantragte beim Ver­wal­tungs­gericht Mainz die Aus­set­zung des Sofortvol­lzugs der Unter­sa­gungsver­fü­gung. Er züchte nur hob­bymäßig und nicht gewerb­smäßig, da er keine Ein­nah­men aus der Zucht erziele. Er sei auch sachkundig, zumal er seit früh­ester Kind­heit Säugetiere züchte.

Die Mainz­er Ver­wal­tungsrichter haben den Antrag gle­ich­wohl abgelehnt, weil die Unter­sa­gungsver­fü­gung nach ihrer Auf­fas­sung recht­ens sei. Für die Gewerb­smäßigkeit der Zucht reiche es aus, dass der Antrag­steller fünf fortpflanzungs­fähige Katzen halte und jeden­falls die Absicht habe, Gewinn zu erzie­len; immer­hin biete er derzeit im Inter­net 12 Katzen zum Preis von 13.800,00 € zum Kauf an. Seine Zucht sei auch nicht genehmi­gungs­fähig. Dass ihm die notwendi­ge Sachkunde fehle, zeigten die außergewöhn­lich häu­fi­gen Todes­fälle, die aus tier­medi­zinis­ch­er Sicht kranken und für die Zucht nicht geeigneten Eltern­tiere und seine laien­haften Ther­a­piev­er­suche. Die Hal­tungs­be­din­gun­gen seien unzure­ichend, weil die Tren­nung kranker und gesun­der Tiere durch ihre bloße Unter­bringung in ver­schiede­nen Wohn­räu­men nicht aus­re­iche.

Ver­wal­tungs­gericht Mainz, Beschluss vom 23. Juni 2010 — 1 L 712/10.MZ