Zuchtverbot für Landenten mit Federhaube

Lan­den­ten mit Feder­hauben weisen soviele genetis­che Defek­te auf, dass ihre Zucht nach Ansicht des Hes­sis­chen Ver­wal­tugns­gericht­shofs gegen das Tier­schutzge­setz ver­stößt. Demgemäß bestätigte der Hes­sis­che Ver­wal­tungs­gericht­shof jet­zt ein vom Vogels­bergkreis gegenüber einem dort ansäs­si­gen Züchter aus­ge­sproch­enes Ver­bot, Lan­den­ten mit Feder­haube zu zücht­en.

Zuchtverbot für Landenten mit Federhaube

Der Kläger züchtete seit 1998 Lan­den­ten mit Haube. Mit Bescheid vom 11. Novem­ber 2002 unter­sagte der Lan­drat des Vogels­bergkreis­es dem Kläger diese Zucht, ins­beson­dere mit den im Besitz des Klägers befind­lichen Lan­den­ten mit der Begrün­dung, die Züch­tung der Tiere ver­stoße gegen das Tier­schutzge­set­zt, weil nach vor­liegen­den Gutacht­en bei der Züch­tung von Enten mit dem Merk­mal „Feder­haube“ häu­figer als es zufäl­lig zu erwarten wäre kranio-zere­brale Miss­bil­dun­gen (Schädelde­fek­te, intrakra­niale Lipome, Hirn­de­for­ma­tio­nen, Hirn­brüche) aufträten. Das Gehirn sei in diesen Fällen umgestal­tet und nicht mehr tauglich, bes­tim­mungs­gemäße Funk­tio­nen auszuüben, wodurch den Tieren Lei­den und Schmerzen zuge­fügt wür­den.

Gegen das Zuchtver­bot hat­te der Kläger zunächst beim Ver­wal­tungs­gericht Gießen Klage erhoben, die abgewiesen wurde. Die Beru­fung gegen diese Entschei­dung blieb auch vor dem Hes­sis­chen Ver­wal­tungs­gericht­shof ohne Erfolg.

Eben­so wie die Vorin­stanz ist auch der Hes­sis­che Ver­wal­tungs­gericht­shof insb. auf­grund eines neueren Gutacht­ens der Auf­fas­sung, dass die Zucht von Lan­den­ten mit Feder­haube gegen die Bes­tim­mungen des Tier­schutzge­set­zes ver­stoße, da in ein­er sig­nifikan­ten Anzahl von Fällen auf­grund von Muta­tio­nen des Gehirns Ver­hal­tensstörun­gen bei den Tieren fest­gestellt wor­den seien, die teil­weise bere­its vor dem Schlüpfen aufträten, und die das Schlüpfen ver­hin­derten oder später zu erhe­blichen Lei­den führten.

Das Urteil ist noch nicht recht­skräftig. Die Revi­sion gegen das Urteil, über die das Bun­desver­wal­tungs­gericht in Leipzig zu entschei­den hätte, wurde wegen grund­sät­zlich­er Bedeu­tung der Rechtssache zuge­lassen.

Hes­sis­ch­er Ver­wal­tungs­gericht­shof, Urteil vom 5. Feb­ru­ar 2009 — 8 A 1194/06

UPDATE: Das Urteil des Hes­sis­chen Ver­wal­tungs­gericht­shof wurde vom Bun­desver­wal­tungs­gericht aufge­hoben1.

  1. BVer­wG, Urteil vom 17.12.2009 — 7 C 4.09 []