Vogelnetze über’m Fischteich

Der Betreiber ein­er Fis­chte­ichan­lage muss ein Netz, das er zur Abwehr von fis­chfressenden Vögeln über die Wasser­fläche ges­pan­nt hat, wieder beseit­i­gen.

Vogelnetze über’m Fischteich

Mit diesem Prob­lem musste sich jet­zt das Ver­wal­tungs­gericht Neustadt in einem Eil­ver­fahren befassen. Der Betrof­fene hat­te ursprünglich zum Fern­hal­ten der Vögel par­al­lel ver­laufende Drähte in ein­er Höhe von ca. 2,50 m über die Teiche gezo­gen, später aber auf diesen noch ein Kun­st­stoffnetz mit ein­er Maschen­weite von 10x10 cm befes­tigt. Mit Bescheid vom 5. Feb­ru­ar 2009 forderte die Kreisver­wal­tung ihn mit sofor­tiger Wirkung auf, das Netz zu ent­fer­nen, da dieses aus Grün­den des Tier­schutzes nicht zuläs­sig sei. Durch die eng­maschige Bespan­nung wür­den den Vögeln Schmerzen und Schä­den zuge­fügt.

Hierge­gen erhob der Betreiber Wider­spruch und wandte sich wegen des ange­ord­neten Sofortvol­lzugs zudem mit einem Eilantrag an das Ver­wal­tungs­gericht. Der Antrag hat­te jedoch keinen Erfolg: Nach dem Tier­schutzge­setz sei es ver­boten, zum Fern­hal­ten von Wirbeltieren Vor­rich­tun­gen oder Stoffe anzuwen­den, wenn damit die Gefahr ver­mei­d­bar­er Schmerzen, Lei­den oder Schä­den für die Tiere ver­bun­den sei. Bei der Überspan­nung der Teiche han­dele es sich um eine solche Vor­rich­tung, da die Vögel sich im Maschen­netz ver­fan­gen und dort qualvoll veren­den kön­nten.

Dieses Ver­bot gelte zwar nicht aus­nahm­s­los. Fis­chfressende Vögel, vor allem Kor­morane, Grau­rei­her und einige Ente­narten, kön­nten für gewerbliche Fis­cherei­be­triebe eine ernst zu nehmende Gefahr darstellen und den Bestand an Fis­chen in Teich­wirtschaften und Freigewässern nicht nur unwesentlich beein­trächti­gen. Dass hier eine fachgerechte Überspan­nung vor­liege und diese zur Sicherung eines nach­halti­gen Ertrags erforder­lich sei, habe der Antrag­steller aber bish­er eben­so wenig dar­ge­tan wie er nachgewiesen habe, dass für die Vögel weniger gefährliche Ver­grä­mungsmeth­o­d­en untauglich oder erfol­g­los geblieben seien.

Ver­wal­tungs­gericht Neustadt, Beschluss vom 24. März 2009 – 1 L 136/09.NW