Verbringung von Abfallquecksilber in die Schweiz

Die Ver­bringung des Abfal­lqueck­sil­bers in die Schweiz erfol­gte ent­ge­gen der Verord­nung (EG) Nr. 1102/2008 des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates1, die zum einen ein Exportver­bot für ele­mentares Queck­sil­ber (met­allis­ches Queck­sil­ber und Gemis­che aus met­allis­chem Queck­sil­ber und anderen Stof­fen ein­schließlich Queck­sil­ber­legierun­gen mit ein­er Queck­sil­berkonzen­tra­tion von min­destens 95 Massen­prozent) außer­halb der Europäis­chen Union und zum anderen die Qual­i­fika­tion von met­allis­chem Queck­sil­ber aus ver­schiede­nen Herkun­fts­bere­ichen als Zwangsab­fall mit entsprechen­der Entsorgungspflicht (Art. 1 und 2 der VO) vor­sah.

Verbringung von Abfallquecksilber in die Schweiz

Die Verord­nung (EG) Nr. 1102/2008 ist zum 1.01.2018 durch die Verord­nung (EU) 2017/852 des Europäis­chen Par­la­ments und des Rates vom 17.05.20172 – ohne inhaltliche Änderun­gen – erset­zt wor­den.

Insoweit ist allerd­ings das ille­galen Ver­brin­gen von gefährlichen Abfällen nach § 18a Abs. 1 Nr. 1 AbfVer­brG nach dem aus­drück­lichen Willen des Geset­zge­bers lex spe­cialis zum uner­laubten Ver­brin­gen von Abfällen bzw. zum uner­laubten Bewirtschaften von Abfällen nach § 326 Abs. 2 StGB3.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 15. August 2018 — 1 StR 392/17

  1. ABl. L 304 vom 14.11.2008, S. 75 []
  2. ABl. L 137 vom 24.05.2017, S. 1 []
  3. vgl. BT-Drs. 18/8961, S. 18 f.; Wit­teck in BeckOK StGB, 37. Edi­tion, 1.08.2018, § 326 Rn. 58a []