Netze überm Fischteich

Ein Fis­chzüchter darf zum Schutz seines Fis­chbe­standes Net­ze über seine Teiche span­nen. Dies entsch­ied jet­zt das Oberver­wal­tungs­gericht Rhein­land-Pfalz in einem Eil­ver­fahren.

Netze überm Fischteich

Der Antrag­steller des jet­zt vom OVG Koblenz entsch­iede­nen Ver­fahrens betreibt eine Zucht von Forellen und Stören. Zum Schutz der Fis­che vor Vögeln hat er seit ca. zehn Jahren über seine Teiche Kun­st­stoffnet­ze ges­pan­nt. Die Kreisver­wal­tung Südliche Wein­straße gab ihm nun unter Anord­nung der sofor­ti­gen Vol­lziehung auf, die Net­ze aus Tier­schutz­grün­den zu beseit­i­gen. Denn Vögel kön­nten sich in den Net­zen ver­fan­gen, qualvolle Schmerzen erlei­den und sog­ar veren­den. Den Antrag, die auf­schiebende Wirkung des Wider­spruchs des Antrag­stellers wieder­herzustellen, lehnte zunächst das Ver­wal­tungs­gericht ab. Das Oberver­wal­tungs­gericht gab demge­genüber der Beschw­erde des Antrag­stellers statt und erlaubte vor­läu­fig die Ver­wen­dung der Net­ze.

In einem gerichtlichen Haupt­sachev­er­fahren müsse gek­lärt wer­den, ob andere, für Vögel weniger gefährliche Vor­rich­tun­gen geeignet seien, die Fis­che des Antrag­stellers zu schützen. Bis dahin dürfe der Antrag­steller die Net­ze über seine Teiche span­nen. Seine Belange hät­ten höheres Gewicht als das öffentliche Inter­esse am Schutz fis­chfressender Vögel. Der Antrag­steller könne sich darauf berufen, dass sein Zucht­be­trieb der Sicherung sein­er Lebens­grund­lage diene. Außer­dem schützten die Net­ze die Fis­che vor erhe­blichen Ver­let­zun­gen, die ihnen Vögel mit ihren schar­fen Schnä­beln zufü­gen kön­nten. Insoweit dien­ten sie auch dem Tier­schutz. Im Übri­gen sei in den ver­gan­genen zehn Jahren lediglich ein Vogel in einem Netz veren­det.

Oberver­wal­tungs­gericht Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 15. Mai 2009 — 7 B 10367/09.OVG