Mee­res­schutz­ge­bie­te

Die Mit­glie­der des Über­ein­kom­mens zum Schutz der Mee­res­um­welt des Nord­ost-Atlan­tiks (OSPAR) haben letz­ten Frei­tag in Ber­gen (Nor­we­gen) das welt­weit ers­te Netz­werk von Mee­res­schutz­ge­bie­ten auf der Hohen See jen­seits natio­na­ler Zustän­dig­kei­ten aus­ge­wie­sen. Dar­über hin­aus haben sie als ers­te vor­läu­fi­ge Kon­se­quenz aus der Hava­rie der Bohr­platt­form Deep­wa­ter Hori­zon im Golf von Mexi­ko im April die­ses Jah­res einen Fahr­plan für eine umfas­sen­de Defi­zit­ana­ly­se der Kata­stro­phe verabredet.

Mee­res­schutz­ge­bie­te

Mit den jetzt gefass­ten Beschlüs­sen wur­de die Flä­che der Mee­res­schutz­ge­bie­te im Bereich des Nord­ost­at­lan­tiks auf 433.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter erwei­tert, das ist eine Flä­che von der Grö­ße der Ost­see. Damit ste­hen nun ins­ge­samt rund 3% des Nord­ost­at­lan­tiks unter Schutz. Zwei der sechs heu­te aus­ge­wie­se­nen Gebie­te lie­gen jen­seits ein­zel­staat­li­cher Zustän­dig­kei­ten im Bereich der Hohen See. Der Beschluss des OSPAR dient der Erfül­lung des von den Ver­trags­par­tei­en des Über­ein­kom­mens über die Bio­lo­gi­sche Viel­falt (CBD) ver­ein­bar­ten Ziels, bis zum Jahr 2012 ein reprä­sen­ta­ti­ves Netz­werk gut ver­wal­te­ter Schutz­ge­bie­te einzurichten.

In einem Beschluss zu einer Emp­feh­lung über die „Ver­hü­tung wesent­li­cher aku­ter Ölver­schmut­zung von Off­shore-Boh­rungs­ak­ti­vi­tä­ten“ haben sich die OSPAR-Staa­ten wei­ter­hin dar­auf ver­stän­digt, Ana­ly­sen ihrer ein­schlä­gi­gen natio­na­len Regel­wer­ke durch­zu­füh­ren. Ergän­zend sol­len exter­ne Berich­te, bei­spiels­wei­se der ent­spre­chen­de Bericht für den US-Prä­si­den­ten sowie die Bestands­auf­nah­me durch die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on, einer umfas­sen­den Bewer­tung unter­zo­gen wer­den. Anläss­lich der nächs­ten tur­nus­mä­ßi­gen Sit­zung der OSPAR-Kom­mis­si­on im Juni 2011 ist geplant, abhän­gig vom Ergeb­nis der Eva­lu­ie­run­gen über mög­li­che Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men zu entscheiden.