Licht-Immission: architektonische Selbsthilfe

Wer­den die von der Licht-Richtlin­ie vorgegebe­nen Anforderun­gen für die Erteilung ein­er Bau­genehmi­gung für eine Vide­owal­lan­lage im Bere­ich von Woh­nun­gen einge­hal­ten, so ist den Bewohn­ern der Nach­bar­woh­nun­gen die Licht-Immis­sio­nen der Vide­owal­lan­lage zumut­bar und die Bau­genehmi­gung recht­mäßig.

Licht-Immission: architektonische Selbsthilfe

Mit dieser Entschei­dung hat das Ver­wal­tungs­gericht Tri­er in dem hier vor­liegen­den Fall ein­er Klägerin, die sich gegen die von der Stadt Tri­er erteilte Bau­genehmi­gung zur Errich­tung ein­er sog. Vide­owall am Sta­dion in Tri­er gewehrt hat.

Das Ver­wal­tungs­gericht Tri­er ist nach Anhörung eines Sachver­ständi­gen zu der Auf­fas­sung gelangt, dass die von der Licht-Richtlin­ie vorgegebe­nen Anforderun­gen im Bere­ich der Woh­nung der Klägerin einge­hal­ten wür­den, sodass dieser die Licht-Immis­sio­nen der Vide­owal­lan­lage zumut­bar seien. Zu berück­sichti­gen sei in diesem Zusam­men­hang auch, dass die Umge­bung der von der Klägerin genutzten Woh­nung durch Licht-Immis­sio­nen vor­be­lastet sei, sodass ein ver­min­dertes Schutzniveau in Ansatz zu brin­gen sei. Im Übri­gen tre­ffe die Klägerin die Pflicht, durch ihr mögliche und zumut­bare Maß­nah­men der „architek­tonis­chen Selb­sthil­fe“ ihrer­seits auf die von der benach­barten Anlage aus­ge­hen­den Immis­sio­nen Rück­sicht zu nehmen. Gegen­maß­nah­men bei Beläs­ti­gun­gen durch Licht-Immis­sio­nen seien im Gegen­satz zu Beläs­ti­gun­gen durch Lärm-Immis­sio­nen in der Regel mit ein­fachen und gün­sti­gen Mit­teln effek­tiv zu erre­ichen, bspw. durch den Ein­satz von Vorhän­gen und Jalousien.

Ver­wal­tungs­gericht Tri­er, Urteil vom 9. Mai 2012 — 5 K 1226/11.TR