Klet­ter­wald

Sind die Nach­barn eines geplan­ten Klet­ter­wal­des inner­halb der fest­ge­setz­ten Nut­zungs­zei­ten kei­nen unzu­mut­ba­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen aus­ge­setzt, ver­stößt die Geneh­mi­gung nicht gegen das nach­bar­schüt­zen­de Gebot der Rücksichtnahme.

Klet­ter­wald

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz die Nach­bar­k­la­ge gegen die Bau­ge­neh­mi­gung für den Betrieb eines Klet­ter­wal­des im Die­zer Erho­lungs­wald „Hain“ abge­wie­sen. Das für den Klet­ter­wald vor­ge­se­he­ne Gelän­de hat einen Abstand von ca. 160 m zum nächst­ge­le­ge­nen Bau­grund­stück. Vor­ge­se­hen ist ein Par­cours mit Klet­ter­ele­men­ten und künst­li­chen Hin­der­nis­sen aus Stahl­sei­len, Holz­bal­ken und Net­zen, die in einem Baum­be­stand ein­ge­baut sind. Die Ver­bands­ge­mein­de Diez geneh­mig­te als Bau­auf­sichts­be­hör­de das Vor­ha­ben mit fol­gen­den täg­li­chen Öff­nungs­zei­ten: In den Mona­ten März, April und Okto­ber von 10:00 Uhr bis maxi­mal 18:00 Uhr, in den Som­mer­mo­na­ten von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Wäh­rend der Feri­en soll die Anla­ge an sie­ben Tagen in der Woche, außer­halb der Feri­en von Diens­tag bis Sonn­tag in Betrieb sein. An den Sams­ta­gen, an denen auf einem in der Nähe gele­ge­nen ehe­ma­li­gen Sport­platz­ge­län­de ein Floh­markt statt­fin­det, soll der Klet­ter­park erst nach Been­di­gung des Floh­markts (13:00 Uhr) geöff­net wer­den. Hier­mit waren Nach­barn, die in einem in der Nähe gele­ge­nen Wohn­ge­biet leben, nicht ein­ver­stan­den und erho­ben nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren Klage.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung ver­weist das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz auf die im Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten und im Gerichts­ver­fah­ren erläu­ter­ten über­zeu­gen­den schall­tech­ni­schen Stel­lung­nah­me eines Sach­ver­stän­di­gen, nach der die Nach­barn inner­halb der fest­ge­setz­ten Nut­zungs­zei­ten kei­nen unzu­mut­ba­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen aus­ge­setzt sei­en. Danach wer­de beim Betrieb des Klet­ter­wal­des selbst der für die Nach­barn güns­tigs­te Immis­si­ons­richt­wert von 45 dB (A) an Werk­ta­gen inner­halb der Ruhe­zeit sowie an Sonn- und Fei­er­ta­gen am nächst­ge­le­ge­nen Bau­grund­stück ein­ge­hal­ten. Die Grund­stü­cke der Klä­ger lägen aber von der Anla­ge noch wei­ter ent­fernt. Die Ein­hal­tung des Richt­wer­tes gel­te auch dann, wenn man unter­stell­te, dass sich 170 Per­so­nen gleich­zei­tig auf der Anla­ge auf­hiel­ten. Die gut­ach­ter­li­che Pro­gno­se lie­ge „auf der siche­ren Sei­te“, da sie bei­spiels­wei­se die Dämp­fung des Schalls durch den Wald unbe­rück­sich­tigt gelas­sen habe. Wei­ter­hin führ­ten die mit dem Anla­gen­be­trieb ein­her­ge­hen­den Ver­kehrs­ge­räu­sche auf öffent­li­chen Stra­ßen für die Nach­bar­schaft nicht zu erheb­li­chen Beeinträchtigungen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 5. März 2013 – 7 K 926/​12.KO