Kleinfeuerungsanlagenverordnung

Gestern ist die Kle­in­feuerungsan­la­gen­verord­nung in Kraft getreten, mit der ins­beson­dere eine nach­haltige Reduzierung der durch feste Brennstoffe verur­sacht­en Staubbe­las­tung erre­icht wer­den soll. Für die Holzheizun­gen, den Kaminofen und andere kleine Feuerungsan­la­gen für feste Brennstoffe gel­ten seit gestern neue Umweltau­fla­gen.

Kleinfeuerungsanlagenverordnung

Die Ver­feuerung von Holz in Kle­in­feuerungsan­la­gen in Räu­men set­zt ver­schiedene Luftschad­stoffe wie Fein­staub frei und führt zu Geruchs­beläs­ti­gun­gen. Die Kle­in­feuerungsan­la­gen­verord­nung führt neue Gren­zw­erte ein, mit denen die Luftschad­stoffe bere­its “an der Quelle” reduziert wer­den sollen.

Mit der Nov­el­le der 1. Bun­des-Immis­sion­ss­chutzverord­nung (1. BIm­SchV) sollen desweit­eren die Vor­gaben für Öfen und Heizun­gen, in denen feste Brennstoffe wie beispiel­sweise Holz ver­feuert wer­den, an die tech­nis­chen Weit­er­en­twick­lun­gen bei der Ver­ringerung der Schad­stof­fe­mis­sio­nen angepasst wer­den. Die Nov­el­le der Kle­in­feuerungsan­la­gen­verord­nung löst die mit­tler­weile seit 1988 gel­tenden tech­nis­chen Vor­gaben der 1. Bun­des-Immis­sion­ss­chutzverord­nung (1. BIm­SchV) für Öfen und Holzheizun­gen ab.

Für neue Festbrennstoffheizungen gilt:

  • Die neue Verord­nung sieht anspruchsvolle Emis­sion­s­gren­zw­erte für Staub vor. Diese kön­nen von neuen Feuerungsan­la­gen, die üblicher­weise im häus­lichen Bere­ich einge­set­zt wer­den, wie Heizun­gen, Kam­inöfen oder Kach­e­lofenein­sätzen ohne Staub­fil­ter erre­icht wer­den.
  • Die Fes­tle­gung von neuen, gerin­geren Emis­sion­s­gren­zw­erten für Kohlen­monox­id soll zum Ein­satz verbessert­er Ver­bren­nung­stech­niken führen, die im Ergeb­nis zudem die Geruchs­beläs­ti­gun­gen in der jew­eili­gen Nach­barschaft reduzieren.

Für bestehende Festbrennstoffheizungen gilt:

  • Auch für beste­hende Anla­gen wer­den neue Gren­zw­erte fest­gelegt. Sofern für diese Anla­gen mit Hil­fe ein­er Her­stellerbescheini­gung oder durch eine Vor-Ort-Mes­sung die Ein­hal­tung der Gren­zw­erte nachgewiesen wer­den kann, ist ein zeitlich unbe­gren­zter Betrieb möglich.
  • Ist  dies nicht möglich, kommt zwis­chen den Jahren 2014 und 2024 ein Sanierung­spro­gramm zum Tra­gen. Das Sanierung­spro­gramm sieht die Nachrüs­tung oder den Aus­tausch gegen emis­sion­sarme Anla­gen vor.
  • So genan­nte Grundöfen, Kochherde, Back­öfen, Badeöfen, offene Kamine sowie Öfen, die vor dem Jahr 1950 errichtet wur­den, sind gän­zlich vom Sanierung­spro­gramm ausgenom­men. Eben­falls ausgenom­men sind Öfen, die nicht als Zusatzheizun­gen, son­dern als einzige Öfen zur Beheizung von Woh­nun­gen oder Häusern einge­set­zt wer­den.

Anforderung an die Ofen-Betreiber

Nicht immer ist die Anlage Schuld, wenn der Schorn­stein qualmt. Vie­len Betreibern fehlen nach Ansicht des Verord­nungs­ge­bers auch das Wis­sen und die Erfahrung im Umgang mit den Feuerungsan­la­gen. Aus diesem Grund sieht die neue 1. BIm­SchV eine Beratung für die Betreiber zum richti­gen Umgang mit der Anlage und den einzuset­zen­den Fes­t­brennstof­fen vor.

Außer­dem wird der Brennstoff Holz kün­ftig regelmäßig hin­sichtlich Qual­ität im Zusam­men­hang mit anderen Überwachungsauf­gaben über­prüft.

Änderungen für Öl- und Gasheizungen

Freuen kön­nen sich zukün­ftig dage­gen die Betreiber von Öl- und Gasheizun­gen: Für diese Heizun­gen wer­den Inter­valle der regelmäßi­gen Überwachun­gen ver­längert. So wer­den die bish­er jährliche Überwachun­gen soll auf einen drei­jährlichen beziehungsweise zwei­jährlichen Tur­nus umgestellt wer­den.