Hun­de­schlit­ten­fahrt im Wald

Ein gewerb­li­cher Ver­an­stal­ter braucht nach einem aktu­el­len Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs Baden-Würt­tem­berg für Fah­ren mit Schlit­ten­hun­de­ge­span­nen im Wald sowohl die Erlaub­nis des Wald­ei­gen­tü­mers als auch eine Geneh­mi­gung der Forstbehörde.

Hun­de­schlit­ten­fahrt im Wald

Der Klä­ger des jetzt vom VGH bie­tet u.a. mehr­stün­di­ge Pas­sa­gier­fahr­ten in Schlit­ten bzw. Wagen an, die von bis zu sie­ben Hun­den gezo­gen wer­den. Er ist der Auf­fas­sung, dass die­se Nut­zung der Wald­we­ge vom frei­en Betre­tungs­recht des Wal­des umfasst sei und es sich dabei nicht um eine geneh­mi­gungs­pflich­ti­ge „orga­ni­sier­te Ver­an­stal­tung“ im Sin­ne des Geset­zes han­de­le. Die­ser Rechts­an­sicht ist der VGH wie schon das erst­in­stanz­lich mit der Sache befass­te Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen nicht gefolgt.

Nach Auf­fas­sung des Mann­hei­mer Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs wur­de das jedem zuste­hen­de Recht, den Wald zum Zwe­cke der Erho­lung zu betre­ten, vom Gesetz um bestimm­te Nut­zungs­ar­ten wie das Fah­ren mit Kran­ken­fahr­stüh­len und das Rad­fah­ren erwei­tert, im übri­gen sei das Fah­ren im Wald aber gene­rell und nicht beschränkt auf Kraft­fahr­zeu­ge nur mit Zustim­mung des Wald­ei­gen­tü­mers zulässig.

Die vom Klä­ger ange­bo­te­nen Fahr­ten sei­en auch „orga­ni­sier­te Ver­an­stal­tun­gen“ und bedürf­ten des­we­gen zusätz­lich der behörd­li­chen Geneh­mi­gung. Ob eine sol­che Ver­an­stal­tung vor­lie­ge, ent­schei­de sich danach, ob der Erho­lungs­zweck noch im Vor­der­grund ste­he und die mit der Ver­an­stal­tung ver­bun­de­nen Aus­wir­kun­gen nach Umfang und Inten­si­tät noch mit dem Grund­satz der Gemein­ver­träg­lich­keit ver­ein­bar oder typi­scher­wei­se geeig­net sei­en, Gefah­ren oder Beein­träch­ti­gun­gen für den Natur­haus­halt, die Erho­lung ande­rer Wald­be­su­cher oder die Wald­be­wirt­schaf­tung her­vor­zu­ru­fen. Danach sei­en Aus­flü­ge pri­va­ter Wan­der­grup­pen oder Schul­wan­de­run­gen geneh­mi­gungs­frei, wäh­rend gewerb­li­che Ver­an­stal­tun­gen in der Regel geneh­mi­gungs­pflich­tig sei­en. Für den Klä­ger ste­he nicht die Erho­lungs­funk­ti­on im Vor­der­grund, son­dern sei­ne wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen. Es kom­me nicht dar­auf an, dass sich die Kun­den oder wie vom Klä­ger behaup­tet die Schlit­ten­hun­de bei den Fahr­ten erholten.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 5. März 2009 – 5 S 2398/​07