Human-Biomonitoring

Das Bun­desumwelt­min­is­teri­um und der Ver­band der Chemis­chen Indus­trie (VCI) haben eine Koop­er­a­tion ges­tartet, um die Ken­nt­nisse über Stoffe, die vom men­schlichen Organ­is­mus aufgenom­men wer­den, zu verbessern. Im Zen­trum ste­hen dabei Stoffe, denen die Bevölkerung möglicher­weise ver­mehrt aus­ge­set­zt ist oder die eine beson­dere Gesund­heit­srel­e­vanz haben kön­nen, aber bis­lang im men­schlichen Kör­p­er nicht mess­bar sind. In den näch­sten zehn Jahren sollen so für bis zu fün­fzig gemein­sam aus­gewählte Stoffe oder Stof­f­grup­pen geeignete Analysemeth­o­d­en entwick­elt wer­den, die dann in geeigneten Unter­suchun­gen zur Anwen­dung gebracht wer­den. Die Koop­er­a­tion soll zunächst in ein­er drei­jähri­gen Pilot­phase erprobt wer­den.

Human-Biomonitoring

Für die Meth­o­d­e­nen­twick­lung der Nach­weisver­fahren hat der VCI die Ver­ant­wor­tung über­nom­men. Für die Anwen­dung der Meth­o­d­en in geeigneten Unter­suchun­gen liegt die Ver­ant­wor­tung beim Bun­desumwelt­min­is­teri­um, das hier eng mit dem Umwelt­bun­de­samt zusam­me­nar­beit­et.

Human-Bio­mon­i­tor­ing ist für den gesund­heits­be­zo­ge­nen Umweltschutz ein zen­trales Infor­ma­tions- und Kon­trol­linstru­ment. Die Dat­en kön­nen als Früh­warn­sys­tem für bish­er nicht erkan­nte Belas­tun­gen dienen. Ob der Nach­weis eines Stoffes mit ein­er gesund­heitlichen Belas­tung ein­her geht, bedarf ein­er Risikobe­w­er­tung, die zum Beispiel medi­zinis­che und toxikol­o­gis­che Erken­nt­nisse her­anzieht. Human-Bio­mon­i­tor­ing liefert außer­dem wis­senschaftlich fundierte Dat­en darüber, ob Ver­bote oder Beschränkun­gen beden­klich­er Stoffe tat­säch­lich zu einem Rück­gang der Belas­tung in der Bevölkerung geführt haben.

In der chemis­chen Indus­trie stellt das Human-Bio­mon­i­tor­ing ein wichtiges Instru­ment der arbeitsmedi­zinis­chen Vor­sorge dar. Die in diesem Bere­ich seit vie­len Jahren gewonnenen Erfahrun­gen bringt der VCI in die Zusam­me­nar­beit mit dem BMU ein. Mit ihrem Engage­ment unter­stre­icht die chemis­che Indus­trie die hohe Bedeu­tung der Pro­duk­t­sicher­heit für ihr „Responsible-Care“-Programm.

Im Rah­men des Pro­jek­ts sind als Auf­takt von VCI und Bun­desumwelt­min­is­teri­um die ersten fünf Stoffe fest­gelegt wor­den, für die eine Mess­meth­ode entwick­elt wer­den soll. Sie find­en als Weich­mach­er, Flamm­schutzmit­tel, Kun­st­stoff­sta­bil­isator und als Addi­tiv in Treib- und Schmier­stof­fen Ver­wen­dung. Konkret han­delt es sich um die Stoffe

Die Entwick­lung von Analysemeth­o­d­en ist ein aufwändi­ger und kosten­in­ten­siv­er Prozess. Gelingt es aber in den kom­menden Jahren, für bis zu 50 Stoffe neue Analysemeth­o­d­en zu entwick­eln, sind damit erhe­bliche Erken­nt­nis­gewinne ver­bun­den, wie die reale Belas­tung der Bevölkerung mit wichti­gen Indus­triechemikalien aussieht. Bish­er muss all zu oft auf mod­ell­hafte Abschätzun­gen zurück­ge­grif­f­en wer­den, mit denen gesund­heitliche Risiken leicht über- oder unter­schätzt wer­den.