Gewerb­li­che Alt­pa­pier­samm­lun­gen durch Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten

Gewerb­li­che Samm­lun­gen kön­nen auch von Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten ange­zeigt und durch­ge­führt wer­den.

Gewerb­li­che Alt­pa­pier­samm­lun­gen durch Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall führt eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts seit 2007 die Alt­pa­pier­samm­lung im Gebiet eines baye­ri­schen Land­krei­ses durch. Im Sep­tem­ber 2012 unter­sag­te die zustän­di­ge Behör­de ihr die Fort­set­zung der gewerb­li­chen Samm­lung ab dem 1. Juli 2013, weil der Land­kreis eine eige­ne Samm­lung durch­füh­ren wol­le und der Samm­lung der GbR über­wie­gen­de öffent­li­che Inter­es­sen ent­ge­gen­stün­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ans­bach wies die hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­gen als unbe­grün­det ab [1]. Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat die hier­ge­gen gerich­te­ten Beru­fun­gen mit der Begrün­dung zurück­ge­wie­sen, dass die Kla­gen man­gels Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses bereits unzu­läs­sig sei­en [2]. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Mün­che­ner Beru­fungs­ur­tei­le auf­ge­ho­ben und die Sachen zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an den Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof zurück­ver­wie­sen:

Die Annah­me des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs, dass die Rechts­stel­lung der GbR auch bei einem Erfolg ihrer Anfech­tungs­kla­gen nicht ver­bes­sert wäre, weil Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten nicht Samm­ler und Trä­ger einer gewerb­li­chen Samm­lung i. S. v. § 3 Abs. 10 und 18 KrWG sein könn­ten, ver­stößt gegen Bun­des­recht. Die vom Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof für gewerb­li­che Samm­lun­gen vor­ge­nom­me­ne Beschrän­kung des Samm­ler­be­griffs lässt sich weder auf die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der maß­geb­li­chen Nor­men noch auf ihren Sinn und Zweck oder geset­zes­sys­te­ma­ti­sche Erwä­gun­gen stüt­zen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 1. Okto­ber 2015 – 7 C 8.2014 – und 7 C 9.2014 -

  1. VG Ans­bach, Urtei­le vom 23.01.2013 – AN 11 K 12.01588 und AN 11 K 12.01693[]
  2. BayVGH, Urtei­le vom 26.09.2013 – 20 BV 13.428 und 20 BV 13.516[]