Frank­fur­ter Südumfliegung

Die Rechts­wid­rig­keit der „Süd­um­flie­gung“ am Flug­ha­fen Frank­furt Main ist wie­der offen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat das Urteil des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in Kas­sel zur „Süd­um­flie­gung“ am Flug­ha­fen Frank­furt Main auf­ge­ho­ben und den Rechts­streit an die Vor­in­stanz zurückverwiesen.

Frank­fur­ter Südumfliegung

Gegen­stand des Rechts­streits ist die Fest­le­gung von Abflug­stre­cken (Flug­rou­ten) von den Start- und Lan­de­bah­nen Cen­ter und Süd des Flug­ha­fens Frank­furt Main, auf denen bei West­be­trieb star­ten­de Flug­zeu­ge mit Zie­len im Nor­den und Nord­wes­ten zunächst nach Süden geführt wer­den. Die Klä­ger, eine Stadt und sie­ben Gemein­den in Hes­sen bzw. Rhein­land-Pfalz sowie fünf Pri­vat­per­so­nen, haben beim Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof die Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Flug­rou­ten­fest­le­gung erstrit­ten [1]. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Kas­sel hat bean­stan­det, dass die Flug­rou­ten auf die Bewäl­ti­gung von 126 Flug­be­we­gun­gen je Stun­de aus­ge­rich­tet sei­en, obwohl aus tech­ni­schen Grün­den nur maxi­mal 96 bis 98 Flug­be­we­gun­gen pro Stun­de abge­wi­ckelt wer­den könn­ten. In die­ser Fehl­ein­schät­zung des Bedarfs lie­ge ein Abwä­gungs­feh­ler, den die Klä­ger rügen könn­ten, weil mit den aus­ge­wähl­ten Flug­rou­ten eine siche­re und flüs­si­ge Abwick­lung von 126 stünd­li­chen Flug­be­we­gun­gen nicht erreich­bar sei und es des­halb an einem sach­li­chen Grund für die mit der Fest­le­gung der gewähl­ten Flug­stre­cken ver­bun­de­ne Lärm­be­las­tung der Klä­ger fehle.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun der Revi­si­on der beklag­ten Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land statt­ge­ge­ben. Nach sei­ner Ansicht ist die Fest­le­gung der Flug­ver­fah­ren nur rechts­wid­rig und ver­letzt die Klä­ger in ihren Rech­ten, wenn sich zur Bewäl­ti­gung von bis zu 98 Flug­be­we­gun­gen je Stun­de unter Lärm­schutz­ge­sichts­punk­ten eine ande­re, die Klä­ger nicht oder weni­ger belas­ten­de Flug­rou­te als ein­deu­tig vor­zugs­wür­dig auf­drängt, ohne zur Wah­rung der für den Flug­ver­kehr unab­ding­ba­ren Sicher­heits­er­for­der­nis­se weni­ger geeig­net zu sein. Ob es eine sol­che Rou­te gibt, muss der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof klären.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 10. Dezem­ber 2015 – 4 C 15.2014 -

  1. Hess.VGH, Urteil vom 03.09.2013 – 9 C 323/​12.T[]