Fehmarn Open Air – Vögel schützen vor Musik

Die Veranstalterin des für den 2./3. September 2011 geplanten Fehmarn Open Air Festivals ist vor dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht mit dem Versuch gescheitert, im Wege einer einstweiligen Anordnung doch noch eine Genehmigung für die durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein untersagte Veranstaltung zu erlangen.

Fehmarn Open Air – Vögel schützen vor Musik

Ende Mai 2011 hatte der Kreis Ostholstein das geplante Festival, das seit 1995 jährlich am ersten Septemberwochenende auf einem Privatgrundstück am Flügger-Strand auf Fehmarn stattfindet und zuletzt von bis zu 20.000 Personen besucht wurde, für 2011 aus Naturschutzgründen nicht genehmigt. Da über die hiergegen eingereichte Klage in der Hauptsache noch nicht entschieden ist, hatte die Betreiberin versucht, im Wege einer einstweiligen Anordnung die Durchführung des Festivals 2011 doch noch zu erreichen.

Einen entsprechenden Antrag lehnte das Verwaltungsgericht in Schleswig jedoch ab.

Bei der betreffenden Fläche östlich des Campingplatzes „Flügger-Strand“ handelt es sich um ein sogenanntes FFH-Gebiet sowie ein faktisches Vogelschutzgebiet nach europäischem Recht.

Das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht folgte in seiner Begründung der Argumentation der Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein und stellte fest, dass nicht – wie erforderlich – mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, dass das Gebiet durch die geplante Veranstaltung nicht erheblich beeinträchtigt werde. Eine Renaturierung der etwa 1980 aufgeschütteten Fläche als prioritärer Lebensraumtyp „Festliegende Küstendüne mit krautiger Vegetation“ (Graudüne) sei noch möglich. Für die notwendige genauere Untersuchung der einzelnen naturschutzrechtlichen Fragen sei das vorliegende Eil-Rechtschutzverfahren allerdings nicht geeignet.

Das Verwaltungsgericht wies überdies darauf hin, dass der Kreis Ostholstein bereits im März 2010 erklärt habe, dass er die Nutzung der Fläche letztmalig für 2010 tolerieren werde und er danach mehrfach seine Hilfe bei der Suche einer Ersatzfläche auf Fehmarn angeboten habe.

Schleswig-Holsteinisches Vewrwaltungsgericht, Beschluss vom 14. Juli 2011 – 1 B 29/11