Die Saatkrähe — und die Biodiversität

Auch die Saatkrähe ist seit den 1970er Jahren eine beson­ders geschützte Voge­lart und stand auf der Roten Liste. Durch ihren wieder wach­senden Bestand treten Prob­leme in der Land­wirtschaft (z.B. durch Fraßschä­den) und auch in Sied­lungs­ge­bi­eten (durch Lärm­beläs­ti­gung) auf, für deren Lösung das Nieder­säch­sis­che Min­is­teri­um für Umwelt, Energie und Kli­maschutz eine Broschüre mit Hand­lungsempfehlun­gen her­aus­gegeben hat (“Hand­lungsempfehlun­gen zur Lösung von Kon­flik­ten mit brü­ten­den Saatkrähen in Nieder­sach­sen”).

Die Saatkrähe — und die Biodiversität

Die Saatkrähe gehört zu den Singvögeln — auch wenn sie für das men­schliche Ohr nur wahrnehm­bare Kräch­zlaute von sich gibt. Die Saatkrähe ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 b) bb) BNatSchG eine beson­ders geschützte Art. Wild lebende Tiere der beson­ders geschützten Arten dür­fen gemäß § 44 Abs. 1 BNatSchG wed­er getötet noch Brut­plätze beschädigt oder zer­stört wer­den. Als intel­li­gente Tiere haben die Saatkrähen zum Teil ihren eigentlichen Lebens­bere­ich in der freien Land­wirtschaft wegen Ver­fol­gung und Zer­störung der Kolonien aufgegeben und sich den Sied­lungs­ge­bi­eten der Men­schen genähert, da hier eine geset­zwidrige Tötung durch Schüsse oder ver­botene Zer­störung der Kolonien weit weniger möglich ist. Eigentlich suchen Saatkrähen ihre Nahrung im Grün­land. Ist dieses nicht mehr aus­re­ichend vorhan­den, weichen sie auf Ack­er­flächen aus. Also führt erst die verän­derte Flächen­nutzung in der Land­wirtschaft zu Schä­den durch die Saatkrähen. Ger­ade während der Aufzucht der Jungvögel wer­den haupt­säch­lich Insek­ten und deren Lar­ven als Nahrung gesucht, so dass die Saatkrähe dur­chaus als nüt­zlich ange­se­hen wer­den kann.

Der Erhalt und der Umstieg auf Dauer­grün­land kann den Fraßschaden auf Ack­er­flächen ver­hin­dern. Auch die Anlage von Heck­en bietet den Saatkrähen neuen bevorzugten Leben­sraum. In der Broschüre des Nieder­säch­sis­chen Umwelt­min­is­teri­ums wird aus­drück­lich darauf hingewiesen, dass eine Lösung der Prob­leme mit den Saatkrähen nicht von heute auf mor­gen son­dern erst über einen län­geren Zeitraum hin­weg möglich ist — und das auch nur unter Beach­tung aller gel­tenden Natur- und Arten­schutzrichtlin­ien. Die Arten­vielfalt soll erhal­ten bleiben.

Biodiversität

Dieses Ziel haben sich auch die Län­der der sieben führen­den Indus­trien­atio­nen, G7, auf ihre Tage­sor­d­nung beim Gipfel­tr­e­f­fen im Schloss Elmau am 7. und 8. Juni 2015 geschrieben. Die biol­o­gis­che Vielfalt der Erde (Bio­di­ver­sität) ist die Grund­lage für die Exis­tenz des Men­schen. Für die Bio­di­ver­sität begin­nt bei jedem Men­schen vor der eige­nen Haustür mit den “stören­den” lär­menden Saatkrähen.

Jede einzelne Arter­hal­tung ist für die Zukun­ft des Men­schen wichtig und geht Alle etwas an. Die Arten­vielfalt endet nicht an der Staaten­gren­ze, son­dern hat Auswirkun­gen auf die gesamte Erde. Um die drama­tis­chen Auswirkun­gen eines fehlen­den Arten­schutzes in Entwick­lungslän­dern zu min­imieren bzw. zu ver­hin­dern, unter­stützen die G7-Län­der den Erhalt der biol­o­gis­chen Vielfalt mit erhe­blichen Mit­teln und ver­suchen eben­so jedem Bürg­er Anre­gun­gen zur Arten­vielfalt zu geben, wie z.B. unter http://www.bmz.de/G7-fuer-vielfalt.