Bib­lis ist nicht Fukushima

Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Kas­sel hat auf Kla­ge der RWE Power AG fest­ge­stellt, dass die nach den schwe­ren Unfäl­len im Kern­kraft­werk Fuku­shi­ma ergan­ge­nen Anord­nun­gen des Hes­si­schen Minis­te­ri­ums für Umwelt, Ener­gie, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz vom 18. März 2011, den Leis­tungs­be­trieb des Kern­kraft­werks Bib­lis vor­über­ge­hend ein­zu­stel­len (Bib­lis Block A) bzw. nicht wie­der auf­zu­neh­men (Bib­lis Block B), rechts­wid­rig gewe­sen sei­en [1].

Bib­lis ist nicht Fukushima

Zur Begrün­dung hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus­ge­führt, dass die Anord­nun­gen bereits for­mell rechts­wid­rig sei­en, weil die RWE Power AG nicht ange­hört wor­den sei und dies einen beacht­li­chen Ver­fah­rens­feh­ler dar­stel­le. Die Anord­nun­gen sei­en zudem mate­ri­ell rechts­wid­rig, da die Vor­aus­set­zun­gen der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge – § 19 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Satz 2 AtG – nicht vor­lä­gen, der Hes­si­sche Umwelt­mi­nis­ter das not­wen­di­ge Ermes­sen nicht sach­ge­recht aus­ge­übt und eine nicht mehr ver­hält­nis­mä­ßi­ge Rechts­fol­ge gesetzt habe. Die Revi­si­on gegen sei­ne Urtei­le hat der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof nicht zugelassen.

Die hier­ge­gen gerich­te­ten Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­den des Lan­des Hes­sen hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nun zurück­ge­wie­sen, die bei­den Urtei­le des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs in Kas­sel zum Kern­kraft­werk Bib­lis sind damit rechtskräftig.

Die Beschwer­den konn­ten nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts schon des­halb kei­nen Erfolg haben, weil die in Bezug auf den fest­ge­stell­ten, die Urtei­le selb­stän­dig tra­gen­den Anhö­rungs­man­gel gel­tend gemach­ten Revi­si­ons­zu­las­sungs­grün­de nicht vorlagen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Dezem­ber 2013 – 7 B 18.13

  1. Hess.VGH, Urtei­le vom 27.02.2013 – 6 C 824/​11.T und 6 C 825/​11.T[]