Anderweitige Unterbringung von Pferden und Rindern

Die Vet­er­inär­be­hörde kann bei tier­schutzrechtlichen Män­geln die ander­weit­ige Unter­bringung der Tiere anord­nung. So hat jet­zt etwa das Ver­wal­tungs­gericht Mün­ster eine tier­schutzrechtliche Ver­fü­gung des Kreis­es Ste­in­furt für offen­sichtlich recht­mäßig erk­lärt, mit der das Kreisvet­er­inäramt 48 Pferde und 23 Rinder aus einem Gestüt in Greven genom­men und sie an ver­schiede­nen Stan­dorten zur Pflege unterge­bracht hat­te.

Anderweitige Unterbringung von Pferden und Rindern

Zur Begrün­dung hat­te der Kreis angegeben: Aus der weit­eren Hal­tung und Betreu­ung der Tiere in dem Gestüt resul­tiere eine Gefahr für deren angemessene Ernährung, Pflege und ver­hal­tens­gerechte Unter­bringung. Weit­ere Beein­träch­ti­gun­gen der Gesund­heit und des Wohlbefind­ens der Tiere kön­nten nur durch die sofor­tige Fort­nahme der Rinder und Pferde ver­mieden wer­den.

Diese Entschei­dung beurteilte das Ver­wal­tungs­gericht für offen­sichtlich recht­mäßig: Ausweis­lich der dem Gericht vor­liegen­den detail­lierten, glaub­haften Doku­men­ta­tion ein­schließlich der vor­liegen­den Licht­bil­dauf­nah­men sei zumin­d­est ein Großteil der Pferde und Rinder am Tag ihrer Fort­nahme am 3. Feb­ru­ar 2011 erhe­blich ver­nach­läs­sigt, weil sie wed­er angemessen ernährt und gepflegt noch ver­hal­tens­gerecht unterge­bracht waren. Eine solche erhe­bliche Ver­nach­läs­si­gung der Tiere werde vor­liegend durch ver­schiedene Gutacht­en beamteter Tierärzte des Antrags­geg­n­ers bestätigt. Das Gericht habe keinen Zweifel, dass die amt­stierärztliche Begutach­tung zutr­e­f­fend und fachgerecht sei. Das Vor­brin­gen der Antrag­steller recht­fer­tige es nicht, von der Ein­schätzung der beamteten Tierärzte abzuwe­ichen. Die bloße Behaup­tung der Antrag­steller, der Zus­tand der Tiere sei nicht so schlecht gewe­sen, ver­möge die fach­liche Ein­schätzung nicht zu erschüt­tern. Selb­st wenn Fut­ter­mit­tel vorhan­den oder bestellt gewe­sen seien, so verdeut­liche der von den Tierärzten beschriebene und durch Licht­bilder doku­men­tierte Zus­tand der Pferde und Rinder, dass die notwendi­gen Fut­ter­mit­tel nicht oder nicht aus­re­ichend ver­füt­tert wor­den seien.

Ver­wal­tungs­gericht Mün­ster, Beschluss vom 11. Feb­ru­ar 2011 — 1 L 67/11