4 m² wald­freie Flä­che pro Biohenne

Eier dür­fen nur dann als Bio­ei­er ver­mark­tet wer­den, wenn jeder Hen­ne min­des­tens 4 m² Frei­land­flä­che zur Ver­fü­gung steht, wobei Wald­flä­che nicht mit­ge­rech­net wer­den darf. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf pas­send zu Ostern in einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren eine Ver­fü­gung des Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz Nord­rhein-West­fa­len vom 1. März 2010 bestä­tigt, mit der den Antrag­stel­lern, die einen Lege­hen­nen­be­trieb in Vel­bert betrei­ben, unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung unter­sagt wor­den ist, tie­ri­sche Erzeug­nis­se des Unter­neh­mens mit Hin­weis auf den öko­lo­gi­schen Land­bau (EU-Öko-Ver­ord­nung) zu vermarkten. 

4 m² wald­freie Flä­che pro Biohenne

Die Hal­tung der Lege­hen­nen im Betrieb der Antrag­stel­ler ent­spre­che nicht den Anfor­de­run­gen der Ver­ord­nung, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, da den Lege­hen­nen nicht die Min­dest­frei­land­flä­che von 4 qm pro Hen­ne zur Ver­fü­gung ste­he. Um die­se Vor­aus­set­zung zu erfül­len, müss­ten bei dem Vel­ber­ter Lege­hen­nen­be­trieb ca. 5 ha Wald­flä­che als Aus­lauf­flä­che berück­sich­tigt wer­den. Die Ein­be­zie­hung der Wald­flä­chen in den Umfang der ver­füg­ba­ren Aus­lauf­flä­chen sei jedoch nicht mög­lich, weil die Antrag­stel­ler kei­ne ent­spre­chen­de Wald­um­wand­lungs­ge­neh­mi­gung hätten. 

Das sofort voll­zieh­ba­re Ver­mark­tungs­ver­bot sei aus Ver­brau­cher­schutz­ge­sichts­punk­ten gerecht­fer­tigt. Beim Kauf von Bio-Pro­duk­ten müs­se der Ver­brau­cher dar­auf ver­trau­en kön­nen, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, dass die­se Pro­duk­te ent­spre­chend den recht­li­chen Vor­ga­ben über die Her­stel­lung öko­lo­gisch-bio­lo­gi­scher Erzeug­nis­se her­ge­stellt wür­den. Der Schutz der Ver­brau­cher, die für öko­lo­gisch her­ge­stell­te Pro­duk­te höhe­re Prei­se zu zah­len bereit sei­en, erfor­de­re es, dass die­se Prei­se in einer peni­blen Umset­zung der ent­spre­chen­den EU-Vor­schrif­ten ihre Recht­fer­ti­gung fänden.

Das Ver­bot der Nut­zung der Benut­zung der Wald­flä­che hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf zwei Wochen zuvor in einem Eil­ver­fah­ren eben­falls bestä­tigt.

Mit ande­ren Wor­ten: Der Wald darf aus land­schafts­pla­nungs­recht­li­chen Grün­den nicht genutzt wer­den, wes­halb es dem Ver­brau­cher­schutz ent­spre­chen soll, die Bio­kenn­zeich­nung zu unter­sa­gen. Das ver­ste­he, wer will.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 30. März 2010 – 10 L 343/​10